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Newsletter 01/2024

 

Liquiditätsengpässe
Liquiditätsproblematik – Wie umgehe ich Zahlungsengpässe?

Im Januar haben viele mit besonders hohen Ausgaben zu kämpfen, was teilweise zu Liquiditätsengpässen führen kann. Unsere Erfahrung in den vergangenen Jahren zeigt jedoch, dass Ärzt:innen und Zahnärzt:innen häufiger, unabhängig vom Zeitpunkt, mit Liquiditätsproblemen konfrontiert werden. Damit Sie nicht auch von dieser Problematik betroffen sind, haben wir für Sie die wichtigsten Massnahmen zusammengestellt. Nachfolgend wird aus unterschiedlichen Perspektiven darauf eingegangen, wie Sie Liquiditätsprobleme prophylaktisch vermeiden, wie diese entstehen und wieder behoben werden können.

Prophylaxe
Das A und O bei der Abrechnung von ambulanten ärztlichen Leistungen ist die korrekte Anwendung des TARMED, sowie eine tägliche Kontrolle auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Es ist wichtig, dass alle erbrachten Tätigkeiten erfasst und keine Positionen vergessen oder zu wenig abgerechnet werden.
Damit immer genügend liquide Mittel vorhanden sind, empfehlen wir Ihnen, mit der Rechnungsstellung nicht zu lange zuzuwarten. Sobald eine Behandlung abgeschlossen ist und kein Kontrolltermin mehr vereinbart wird, können die Rechnungen zeitnah versendet werden. Die Rechnungsstellung sollte wöchentlich erfolgen, damit regelmässig Zahlungen eingehen.

Entstehung
Grundsätzlich entstehen Liquiditätsprobleme dann, wenn die Ausgaben höher sind als die Einnahmen. Dies kann mehrere Gründe haben:

  • Hohe Lohnkosten, z. B. wegen Doppelspurigkeit während Kündigungsfristen
  • Hohe Investitionen, z. B. für Gerätschaften wie Ultraschall etc.
  • Rückzahlungen von Krediten, z. B. Covid-Kredit
  • Rückwirkende Zahlungen von Sozialleistungen, z. B. BVG
  • Zu hoher Privatkonsum

(Tina Eichenberger, FEDERER & PARTNERS)

 

Lösungen aus Sicht Bank

Liquiditätsplan
Ein vorausschauendes Cashmanagement ist im Grundsatz generell anzustreben und hilft der Hausbank bei einem Liquiditätsengpass, zeitnah Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, so dass ohne Zeitdruck optimale Lösungen gefunden werden können. Nichtsdestotrotz können jedoch kurzfristig Liquiditätsengpässe auftauchen. Die Gründe können vielfältiger Natur sein, erfahrungsgemäss sind diese oftmals auf die drei nachfolgenden Ereignisse zurückzuführen:

Anfang Jahr: hohe Fixkosten wie z.B. Versicherungsprämien und BVG-Beiträge
Ende Jahr: Pensionskasseneinkauf zwecks Steueroptimierung und Verbesserung der Vorsorge
Eigenfinanzierung von Investitionen und dadurch fehlende flüssige Mittel für operativen Betrieb

Lösungen zur kurzfristigen Überbrückung fehlender flüssiger Mittel
Welche Handlungsmöglichkeiten sich bei einem kurzfristigen finanziellen Engpass eröffnen wird nachfolgend aufgezeigt, dies immer unter der Bedingung, dass das Geschäftsmodell unverändert intakt ist. Kurzfristiger Überzug auf dem Praxiskonto: Sofern die Überschreitung innerhalb maximal 3 Monaten zurückgeführt werden kann, bietet sich eine kurzfristige Überzugsmöglichkeit auf dem Kontokorrent an. Diese Lösung wird oftmals auf mündlicher Basis geregelt und kann deshalb in der Regel per sofort umgesetzt werden. Neue Vertragsunterlagen werden nicht benötigt. Alternativ kann eine temporäre Limitenerhöhung auf dem Praxiskonto in Betracht gezogen werden. Bei dieser Variante werden neue Kreditakten ausgestellt. Vorteile gegenüber dem kurzfristigen Überzug sind der tiefere Zins sowie weniger zeitlicher Druck bei der Rückführung. Die Umsetzung benötigt jedoch einen längeren zeitlichen Vorlauf.

(Berner Kantonal Bank, Marco Lüthi)

 

Lösung aus Sicht eines Factoring-Unternehmens
Vorteile einer externen Honorarabrechnung mit Factoring
Wer seine Honorarabrechnung durch ein Factoring-Unternehmen abwickeln lässt, verschafft sich nicht nur mehr Zeit, z. B. für die Aufnahme neuer Patienten, sondern eine dauerhafte Liquidität und hat die Gewissheit, dass seine Rechnungen bezahlt werden. Man kann sich darauf beschränken, die Leistungserfassung an das Factoring-Unternehmen zu übermitteln und erhält sogleich sein Honorar. Beim sog. «echten» Factoring, wird die Abrechnung mit Patienten bzw. mit Versicherungen – das Debitorenmanagement und das Inkasso – durch das Factoring-Unternehmen vorgenommen. Es empfiehlt sich jedoch unbedingt, Angebote bei mehreren Anbietern einzuholen, denn Konditionen und Dienstleistungsgrad von Factoring-Unternehmen divergieren z. T. erheblich. Nicht empfehlenswert sind Billigstanbieter, welche ihre tiefen Preise meist mit einer höheren Patienten-Ablehnungsquote kompensieren, d. h. dem Behandler mehrheitlich das Ausfallrisiko überlassen und dessen Patienten zudem mit überaus hohen Zinsen und Gebühren belasten, was dem Image der eigenen Praxis Schaden zufügen kann.

(mediserv AG, Olivier Piguet)

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