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Bei Kindern den Grundstein für angstfreie Zahnarztbesuche legen – Praxiseröffnung im Ärztehaus Brunnen

Seit Juli 2022 ist med. dent. Natascha Trapp als selbstständige Zahnärztin für Kinder- und Jugendzahnmedizin im Ärztehaus Brunnen tätig. Im nachstehenden Interview berichtet sie uns, wie sie die Vorbereitungs- und Aufbauphase erlebt und welche Zukunftsaussichten sie hat.

Seit Juli 2022 sind Sie im Ärztehaus Brunnen selbstständig tätig. Worin sehen Sie persönlich die Vor- und Nachteile der Selbstständigkeit gegenüber einer Anstellung in einer Praxis?
In meiner Selbstständigkeit schätze ich es sehr, dass ich die gesamte Praxisstruktur, wie Abläufe, Mitarbeiter, Materialien, nach meinen Wünschen und Vorstellungen gestalten kann. Dadurch entstehen natürlich auch Nachteile, nämlich, dass man mehr Zeit für administrative Dinge aufbringen muss und neben der eigentlichen behandelnden Tätigkeit sich mit Themen beschäftigen muss, die man im Studium auch nicht gelernt hat. Vor allem, was wirtschaftliche Bereiche und Personalführung betrifft.

Wie unterscheidet sich Ihr Berufsalltag als Praxisinhaberin von Ihren vorgängigen Tätigkeiten?
Im vorherigen Angestelltenverhältnis zählten zu meinen Aufgaben hauptsächlich die Behandlung der Patienten und die Abrechnung derselben sowie die Korrespondenz mit Kollegen und Versicherern oder Ämtern. Nun kommen zu diesen Aufgaben noch Personalführung (Delegieren von Aufgaben und Kontrolle), Rechnungsstellung und Mahnwesen, Patientenakquise, Bestellwesen und Budgetierung hinzu. Es war am Anfang eine grosse Umstellung, meinen bisherigen Tagesablauf, der hauptsächlich aus Behandeln bestand, den anderen Aufgaben anzupassen.

War eine Gruppenpraxis oder ein Ärztehaus wie in Brunnen immer Ihre Präferenz gegenüber einer Einzelpraxis?
Nein, eigentlich sah ich mich immer in einer Einzelpraxis. Es war reiner Zufall, dass ich meine Praxis im Ärztehaus Brunnen eröffnen konnte, und wahrscheinlich die beste Entscheidung, die ich hätte treffen können. So bin ich zwar meine eigene Chefin und kann alle zahnmedizinischen Sachen allein bestimmen, bin aber andersrum nicht «allein». Eine Gruppenpraxis wäre für mich wiederum nicht infrage gekommen.

Welche Erfahrungen haben Sie beim Rollenwechsel von der Angestellten zur Vorgesetzten gesammelt?
Leider waren meine Erfahrungen nicht so positiv wie gedacht. Ich habe mit einer DA und einer PA, die ich beide aus der vorherigen Praxis gut kannte, gestartet. Der Rollenwechsel zur Vorgesetzten ist dabei nicht gut angekommen oder mir vielleicht nicht gut gelungen und wir mussten uns bedauerlicherweise voneinander trennen. Vermutlich waren die Vorstellungen der Mitarbeiterinnen, was unsere Zusammenarbeit anging, anders als meine. Ich glaube, das ist auch eine der grössten Hürden, die ich zu meistern habe, die Rolle der Chefin einzunehmen.

Wie haben Sie die erste Woche in Ihrer Praxis erlebt und wie waren die Reaktionen Ihrer Patienten?
Es war eine aufregende und anstrengende Zeit, aber dennoch sehr positiv. Bis zur letzten Minute bis zur Eröffnung haben wir mit dem Einräumen der Praxis, Reinigen usw. gebraucht, weil es Verzögerungen im Bau gab. Fast hätten wir die Eröffnung sogar verschieben müssen und die Agenda war für die erste Woche schon gut gefüllt. Aber es hat zum Glück noch alles rechtzeitig geklappt. Es braucht etwas Zeit, bis man seine Abläufe erarbeitet und festgelegt hat, und wir haben eine andere Abrechnungssoftware und mussten uns mit dieser erst zurechtfinden. Das war wohl das Anstrengendste in der Anfangsphase. So habe ich die Abende und Nächte damit verbracht, die KG-Einträge und die Abrechnung sowie Kostenvoranschläge zu machen. Aber alles in allem ist die erste Woche sehr positiv verlaufen. Auch die Patienten waren sehr nachsichtig, wenn mal etwas nicht reibungslos ablief oder wir etwas mehr Zeit als üblich benötigten.

Was würden Sie heute bei der Realisation der Selbstständigkeit anders machen?
Der einzige grosse Nachteil bei dem Aufbau meiner Selbstständigkeit war das fehlende Eigenkapital. Es ist unheimlich schwer, einen Kredit zu bekommen, wenn man nicht 20 bis 30 % Eigenkapital vorweisen kann. Somit wäre es besser gewesen, die Jahre zuvor etwas Geld dafür zurückzulegen, wäre das möglich gewesen. Ansonsten hätte ich nichts anders gemacht, denke ich. Ich bin so dankbar, dass ich FEDERER & PARTNERS an meiner Seite hatte und noch habe. Ganz allein hätte ich mich diesen Schritt nie getraut zu gehen und wahrscheinlich auch nicht geschafft.

Sie haben sich auf die Kinder- und Jugendzahnmedizin spezialisiert. War dieser Fokus für Sie von Beginn her klar oder was hat Sie dazu bewogen?
Nein, ich dachte während des Studiums eigentlich immer, dass ich mal in die chirurgische Richtung gehen werde. Dies ist komischerweise heute absolut nicht mein Gebiet. Ich habe sehr schnell in meiner Assistenzzeit in Deutschland gemerkt, dass ich gut mit Kindern umgehen kann und es mir Spass macht. Ich habe dann rein zufällig in einer Praxis angefangen, wo ich meine Spezialisierung in der Kinderzahnmedizin und Hypnose machen konnte, habe aber weiterhin auch erwachsene Patienten behandelt. Mit der Zeit wurde mir aber immer mehr klar, dass ich nur noch Kinder behandeln möchte. Ich habe dann die letzten fünf Jahre in einer reinen Kinderpraxis gearbeitet, um auch für mich selbst zu sehen, ob es das wirklich ist, was ich machen möchte, und ob mir die Erwachsenenzahnheilkunde nicht doch fehlen wird. Und ich muss sagen, ich möchte nichts anderes mehr machen.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus? Welche Entwicklungen und Trends sehen Sie in der Kinder- und Jugendzahnmedizin?
Ich möchte mich an meinem Praxisstandort natürlich weiter etablieren und für die anderen zahnärztlichen Kollegen als Überweiserpraxis dienen. Durch meinen Anschluss ans Ärztehaus habe ich die Möglichkeit, auch in die anderen medizinischen Fachbereiche zu gelangen und hier ein Netzwerk zwischen Zahnmedizin und anderen medizinischen Fachrichtungen aufzubauen, was meines Erachtens generell bisher noch zu wenig etabliert ist. Die Entwicklungen und Trends in der Kinder- und Jugendzahnmedizin gehen glücklicherweise dahin, dass auch allgemeinpraktizierende Zahnärzte im Studium lernen, dass Kinder nicht wie Erwachsene behandelt werden können, und somit hoffentlich in Zukunft weniger Traumata bei Kindern gesetzt werden.

Was würden Sie Ihren Kollegen, die den Schritt in die Selbstständigkeit noch vor sich haben, mit auf den Weg geben?
Wie bereits gesagt, ist Eigenkapital enorm wichtig. Es hat zwar in meinem Fall auch ohne Eigenkapital funktioniert, aber dies war ein sehr steiniger und mit vielen Rückschlägen verbundener Weg. Sehr zu empfehlen ist, sich einen Partner an die Seite zu holen, der einem bei allen Fragen rund um die Praxisgründung (Businessplan, Verträge, Mietobjekte, Personal, Kredit, Versicherungen usw.) mit Rat und Tat zur Seite steht. Wir lernen in unserem Studium leider nicht, wie man einen Businessplan schreibt, worauf man bei Verträgen achten muss oder Ähnliches. Da ist es gut, wenn man immer jemanden fragen kann, um keine Fehler zu begehen, die später eventuell wirtschaftliche Folgen haben könnten. Sicher lassen sich Fehler wohl nicht ganz vermeiden, aber diese sollten möglichst auf ein Minimum reduziert werden. Daher
bin ich froh, FEDERER & PARTNERS gefunden zu haben. Von Vorteil ist auch, wenn man sich früh im Klaren darüber ist, was man eigentlich will. Es fängt an bei den Behandlungsstühlen, bei den Materialien, bei den Instrumenten, Personalstruktur. Ich habe mit einem Dentaldepot zusammengearbeitet, was mich sehr unterstützt hat, als es um die Auswahl und Anschaffung der Stühle, Geräte, Instrumente usw. ging. Es macht hier nicht immer Sinn, nur auf den Preis zu schauen. Wenn man ein Dentaldepot gefunden hat, bei dem man gut beraten wird, ist das sehr viel wert. Und ich rate allen, einfach mutig zu sein! Vielleicht hätte ich den Schritt viel eher wagen sollen.

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