MEDIZIN & ÖKONOMIE 01/20

Lohnt sich eine Kapitalgesellschaft wirklich?

Die meisten Arztpraxen werden nach wie vor als Einzelpraxis oder als einfache Gesellschaft geführt. Seit auch für Ärzte die Möglichkeit besteht, ihre Arztpraxis als Kapitalgesellschaft (AG oder GmbH) zu betreiben, taucht bei vielen Praxisinhabern und vor allem auch -neugründern die Frage auf, welche Organisationsform die richtige ist. Eine Frage, die nicht pauschal beantwortet werden kann, sondern unbedingt individuell diskutiert werden sollte. Denn im Gegensatz zu anderen Branchen, wo die Haftungsfrage – juristische Personen haften nur mit dem Gesellschaftsvermögen – häufig das ausschlag-gebende Entscheidungskriterium für die Gründung einer Kapitalgesellschaft ist, ist dieses Kriterium für Ärzte nahezu unbedeutend. Arztpraxen gehen nur sehr selten in Konkurs und das Risiko für Kunstfehler wird durch personenbezogene Berufshaftpflichtversicherungen gedeckt, unabhängig von der Organisationsform der Praxis. Beim Entscheid für oder gegen die Führung einer Arztpraxis als Kapitalgesellschaft sollten insbesondere folgende Themen genauer beleuchtet werden: Steuerersparnis, Folgen bei der Nachfolgeregelung und – bei Arztpraxen mit mehreren Inhabern – was passiert, wenn einer der Inhaber ausscheidet oder es Unstimmigkeiten gibt.