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Experteninterview – PD Dr. med. Dimitri Sarlos

Hanriet Tamazian
Interview Hanriet Tamazian-Yücel von FEDERER & PARTNERS mit PD Dr. med. Dimitri Sarlos, Gynäkologisches Zentrum Aarau (GZA AG) und Kernoperateur des Brustzentrums Hirslanden Aarau

 

Der Oktober steht weltweit im Zeichen der pinken Schleife: dem Symbol für Brustkrebsbewusstsein. Im Rahmen des «Pinktobers» möchten wir nicht nur auf Vorsorge und Aufklärung aufmerksam machen, sondern den Menschen eine Stimme geben, die sich tagtäglich mit diesem Thema auseinandersetzen. Wir freuen uns ausserordentlich, dass wir in Herrn PD Dr. med. Dimitri Sarlos einen Interviewpartner mit grosser ausgewiesener Expertise auf dem Gebiet der operativen Gynäkologie, der gynäkologischen Onkologie sowie der Senologie gewinnen konnten. Er gehört schweizweit zu den besten Brustoperateuren.

FEDERER & PARTNERS: Herr Doktor Sarlos, was bedeutet der Brustkrebsmonat für Sie als Spezialisten?
Dr. Sarlos: Der rosa Oktober oder «Brustkrebs Awareness Month» ist eigentlich seit Jahrzehnten eine tolle Sache, in dem weltweit im Monat Oktober viele Veranstaltungen zum Thema Brustkrebs stattfinden. Dadurch drücken wir alle, die ganze Gesellschaft, aber auch wir als medizinisches Personal, die an der Behandlung des Brustkrebses beteiligt sind, unsere Solidarität mit den betroffenen Patientinnen und deren Familien aus. Der Brustkrebs ist der häufigste bösartige Krebs bei der Frau. In der Schweiz haben wir etwas über 6’500 Neuerkrankungen pro Jahr, dementsprechend ist das Thema hochaktuell und betrifft uns eigentlich alle.

FEDERER & PARTNERS: Wie hat sich die Operation bei Brustkrebs in den letzten 10 Jahren verändert?
Dr. Sarlos: Die Brustkrebstherapie verändert sich rasant schnell, viele Forschungsgruppen weltweit aus diversen Fachdisziplinen sind bestrebt, den Patientinnen immer bessere Behandlungsoptionen und damit auch Behandlungsergebnisse anbieten zu können. In der Brustchirurgie wurden die Operationen in den letzten Jahrzehnten immer weniger invasiv, immer weniger „verstümmelnd“, so dass beispielsweise heute die Sentinel-Lymphknotenentfernung, d.h. nur die Entfernung des Wächterlymphknotens gegenüber der früher durchgeführten ausgedehnten Lymphknotenentfernung, den Standard darstellt. In der Chirurgie des Brustkrebses gilt es heute nicht nur den bösartigen Tumor zu entfernen, sondern gleichzeitig die Brustoperation so durchzuführen, dass durch spezielle onkoplastische chirurgische Methoden ein möglichst gutes kosmetisches Ergebnis entsteht. Dies ist wichtig, da die Patientin, auch wenn sie vom Brustkrebs geheilt ist, nachher ein Leben lang mit der operierten Brust leben muss. Daher ist ein ansprechendes kosmetisches Ergebnis absolut wichtig.

FEDERER & PARTNERS: Gibt es Fortschritte in der medikamentösen Therapie des Brustkrebses?
Dr. Sarlos: Ja, natürlich sehen wir auch hier in den letzten Jahren eine grosse Entwicklung. Insbesondere die Immuntherapien, welche häufig in Kombination mit einer Chemotherapie, aber auch in Kombination mit einer Hormonblocker-Therapie durchgeführt werden, haben zu einer besseren Prognose für die Patientinnen beigetragen.


Dr. Sarlos und Team bei einer Brustkrebsoperation.

 

FEDERER & PARTNERS: Sie sind Kernteamoperateur am zertifizierten Brustzentrum der Hirslanden Klinik Aarau. Welche Vorteile bringen eigentlich Brustzentren?
Dr. Sarlos: Brustzentren sind spezialisierte Zentren für die Behandlung des Brustkrebses. Es handelt sich hierbei um eingespielte Wege und Behandlungsabläufe unter Fachspezialisten, in denen immer neuste Forschungsergebnisse in die Behandlungspläne der Patientinnen einfliessen und damit ein individualisierter Behandlungsplan für jede Patientin erstellt werden kann. Das Herz der Brustzentren sind die sogenannten Tumorboards; Behandlungskonferenzen, bei denen jede Patientin mit ihrem Leiden vor der Behandlung, aber auch nach der Operation, besprochen werden. Der Erfolg in der Brustkrebstherapie ist nur dann garantiert, wenn eine hohe Spezialisierung in der Brustkrebstherapie in allen Fachdisziplinen, d.h. in der Brustchirurgie, Onkologie, Radioonkologie (Bestrahlungsspezialisten), Radiologie, Pathologie, aber natürlich auch bei der spezialisierten Pflege, d.h. bei den sog. «Breast Care Nurses», vorhanden sind.
Am zertifizierten Brustzentrum der Hirslanden Klinik Aarau wird dieser hohe Grad an Spezialisierung seit Jahren angeboten und gelebt.

FEDERER & PARTNERS: Sie haben das Brustkrebszentrum vor über 15 Jahren am Kantonsspital Aarau aufgebaut und sind jetzt in die Hirslanden Klinik gewechselt. Was sind die wesentlichen Unterschiede?
Dr. Sarlos: Grundsätzlich gibt es kleine Unterschiede im Alltag. Im Zentrum der Behandlung steht in jedem Brustzentrum die Patientin. In dem Sinne hat sich meine alltägliche Arbeit nicht wesentlich verändert. Ein grosser Vorteil in meinem neuen Arbeitsumfeld sehe ich darin, dass der Bezug zwischen Patientin und behandelndem Arzt und Operateur enger ist und dadurch eine Vertrauensbeziehung entsteht, was für beide Seiten ein grosser Gewinn darstellt. Ich sehe meine Patientinnen in der Sprechstunde, wenn sie mir von Kollegen zugewiesen werden, dann vor der Operation, nach der Operation auf den täglichen Visiten und dann wieder zur Besprechung des Tumorboardbeschlusses, wo dann auch der weitere Behandlungsplan besprochen wird.

So ist die Konstanz in der Betreuung wirklich gewährleistet und besser als in grossen Zentren, wo die Ansprechpersonen doch häufig wechseln können.
Wichtig ist die Bemühung aller, um den Patientinnen den höchstmöglichen Behandlungserfolg zu garantieren.

Herr Doktor Sarlos, vielen herzlichen Dank für das sehr interessante Interview.

PD Dr. med. Dimitri Sarlos
Facharzt FMH Gynäkologie und Geburtshilfe
Schwerpunkt operative Gynäkologie und Urogynäkologie
Schwerpunkt Gyn. Onkologie und Brustkrankheiten

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