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Von der Praxisgründung bis zum verdienten „Dolce far niente“ Einblick in eine gelungene Praxisübergabe

Herr Dr. med. dent. Paul Oesch hat vor über 25 Jahren seine Praxis für Zahnmedizin eröffnet. Im Sommer 2022 hat er seine Praxis an eine jüngere Kollegin übergeben. Er erzählt uns, wie er die letzten Monate in der Praxis und den Prozess der Nachfolgeregelung erlebt hat.

Vor reichlich 25 Jahren haben Sie Ihre Zahnarztpraxis eröffnet. Wie beurteilen Sie diese Entscheidung rückblickend?
Der Entscheid benötigte viel Mut, da sich damals die Schweiz in einer konjunkturellen Delle befand. Die Eröffnung einer neuen Praxis war ein sehr guter Entscheid, denn ich konnte die ganze Praxis nach meinen Vorstellungen einrichten und in die Selbstständigkeit starten. Im Rückblick befriedigt mich die Erkenntnis sehr, dass die Schulkinder von damals heute mit ihren eigenen Kindern kommen.

Wie hat sich Ihre Praxis und die Zahnmedizin im Allgemeinen in den letzten Jahren entwickelt?
Meine Praxis ist ständig gewachsen. Ich konnte die Pensen der Dentalhygienikerinnen kontinuierlich erhöhen, um den Betreuungsbedarf decken zu können. Allgemein ist das Bewusstsein für Prophylaxe bei den Patienten markant gestiegen. Ein eigentlicher Boom zeichnet sich ab bei der Betreuung von Erwachsenen, die ihre Zahnstellung noch korrigieren möchten.

Gibt es Dinge in Bezug auf Ihre eigene Praxis, die Sie heute anders machen würden?
Ich würde versuchen, mit einem Kieferorthopäden und einer Oralchirurgin in meiner Praxis zu arbeiten, um weniger Überweisungen vornehmen zu müssen. Dies würde sicherlich auch der Patientenbindung dienen.

Im Sommer haben Sie Ihre Praxis übergeben. War es für Sie schwierig, eine geeignete Nachfolgerin für Ihre Zahnarztpraxis zu finden? Wie haben Sie den Prozess der Nachfolgeregelung vorbereitet?
Gedanklich stellte ich mich auf eine zwei- bis dreijährige Suchphase ein. Es hat sich bereits nach neun Monaten eine Bewerberin mit klaren Interessen gemeldet. Anfragen von den «Dentalketten» habe ich auch bekommen, wollte aber eine Einzelperson als Nachfolgerin. Ich war an einem Seminar der SSO, an dem das Thema Nachfolgeregelung behandelt wurde. Dies hat mir sehr geholfen.

Was würden Sie heute beim Prozess der Praxisübergabe anders machen? Worauf muss besonders geachtet werden?
Mir war im Voraus nicht bewusst, dass eigentlich nur die Umsätze der letzten drei bis vier Jahre und die Kostenstruktur der Praxis zählen. Der gute bauliche Zustand meiner Praxis zählte praktisch nichts. Deshalb würde ich noch mehr Gewicht bei Verhandlungen auf diesen Aspekt legen.

Was würden Sie Ihren Kollegen, die den Schritt der Praxisübergabe noch vor sich haben, mit auf den Weg geben?
Genügend früh sich mit dieser Frage auseinandersetzen, um gedanklich eine möglichst breite Auslegeordnung vornehmen zu können. Ausserdem würde ich empfehlen, dass man zwei verschiedene Praxisschätzungen durchführen lässt und grosszügig bei den Preisverhandlungen ist.

Und was würden Sie jüngeren Kollegen, die den Schritt in die Selbstständigkeit noch vor sich haben, mit auf den Weg geben?
Die Selbstständigkeit lohnt sich auf jeden Fall. In den Assistenzjahren seine eigenen Grenzen klar kennenlernen, um in der Selbstständigkeit keine Überraschungen erleben zu müssen. Bei einem Neu- oder Umbau viel Zeit in die räumliche Einteilung investieren. Zudem würde ich empfehlen, eine Praxis zu übernehmen, die Schulkinder betreut. Das ist ein grosses Potenzial.

Was sind Ihre Pläne für den neuen Lebensabschnitt?
Zuerst einmal Dolce far niente, und dann werde ich einen Weiterbildungsstudiengang in Geschichte in Angriff nehmen.

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