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Eröffnung Gynäkologisches Zentrum Aarau

PD Dr. med. Dimitri Sarlos und Dr. med. Evgenia Bousouni haben im Oktober 2024 gemeinsam mit ihrem Team das Gynäkologische Zentrum Aarau – GZA Aarau – eröffnet. Im Interview berichten sie uns, wie sie die Vorbereitungs- und Aufbauphase erlebt und welche Zukunftsaussichten sie haben.

Dr. med. Evgenia Bousouni

Dr. med. Evgenia Bousouni

PD Dr. med. Dimitri Sarlos

PD Dr. med. Dimitri Sarlos

 

Seit Oktober 2024 sind Sie selbstständig tätig und Inhaber des GZA Gynäkologisches Zentrum Aarau. Worin sehen Sie persönlich die Vor- und Nachteile der Selbstständigkeit gegenüber einer Anstellung.

Als wesentlichen Vorteil sehe ich die kurzen Entscheidungswege und die Unabhängigkeit gewisse Projekte schnell und unkompliziert durchzuziehen. Als Selbständigerwerbender gibst Du den Rhythmus all deiner Tätigkeiten selber an, was ich als ganz grossen Vorteil sehe. Selber zu entscheiden, wann, mit wem und auf welche Art gewisse Geschäfte erledigt werden, ist ebenfalls ein enormer Vorteil. Sicherlich ist die soziale Sicherheit ein Vorteil in der Anstellung. Bei einer Anstellung ist zwangsläufig die soziale und finanzielle Sicherheit natürlich gewährleistet, was ein etwas gemütlicheren Lebensstil zur Folge hat.

 

Wie unterscheidet sich Ihr Berufsalltag als Praxisinhaber von Ihrer vorgängigen Tätigkeit?

Der Berufsalltag ist von der Struktur her ähnlich, wir stehen fast jeden Tag von 8 bis 16 Uhr im Operationssaal und sehen am späteren Nachmittag bis in den Abend hinein dann die Zuweisungen. Dies war allerdings als Chefarzt am Kantonsspital Aarau nicht anders. Allerdings habe ich noch nie so viele Stunden sowohl im Operationssaal wie auch am Patient verbracht wie aktuell, was mich mit grosser Befriedigung erfüllt. Ein weiterer Unterschied ist, dass ich im Moment natürlich wesentlich mehr aufs Kerngeschäft fokussieren kann und nicht mit administrativer Tätigkeit zugedeckt bin.

 

Als selbstständige Ärzte haben Sie mehr Freiheit, aber auch mehr Verantwortung. Wie gehen Sie damit um?

Die Freiheit sehe ich im Moment noch nicht so, aber grundsätzlich ist es natürlich so, dass die Freiheitsgrade aktuell, mindestens theoretisch. wesentlich grösser sind. Wir versuchen im Moment einfach uns auf unsere Kernkompetenz zu fokussieren und eine gute Arbeit, qualitativ, aber auch als Dienstleister zu erbringen.

 

War für Sie die Selbstständigkeit immer ein klares Ziel?

Nein, es war eigentlich nicht ein Fernziel, sondern es hat sich im Laufe der letzten Jahre so entwickelt. Allerdings war ich schon einmal vor 15 Jahren kurz vor dem Sprung in die Selbständigkeit, was dann im letzten Moment abgewendet wurde.

 

Sie hatten einen sehr straffen Terminplan für die Planung Ihres Zentrums. Wie haben Sie dies unter einem Hut gebracht verbunden mit Ihren beruflichen Verpflichtungen?

Ja die Planung und auch die Umsetzung des GZA ist absolut optimal verlaufen. Wir hatten einerseits mit der Firma Federer & Partner optimale Unterstützung und andererseits haben unsere Architekten, Firma Brehm & Zehnder in Muhen einen absoluten Topp Job gemacht. Das ganze Zentrum wurde in weniger als 10 Sitzungen konzipiert, geplant und durchgezogen. Alle Involvierten waren extrem fokussiert und vor allem extrem motiviert, was uns natürlich extrem geholfen hat. Bei dieser Gelegenheit ein grosses Dankeschön, die uns so toll unterstützt haben!

 

Wie haben Sie die erste Woche in Ihrer Praxis erlebt und wie waren die Reaktionen Ihrer Patientinnen?

Die erste Woche war sehr schwierig, weil natürlich noch nicht alle Abläufe optimal funktionierten. Wie immer haben wir etwas mit der Software Praxisadministration gekämpft und die Abläufe waren gerade in der ersten Woche noch nicht so effizient, wie wir es uns gewünscht hatten. Wir konnten diese Defizite aber sehr schnell optimieren. Die Rückmeldungen der Patientinnen waren ab dem ersten Tag äusserst positiv, was uns natürlich grosse Freude bereitet hat.

 

Was würden Sie heute bei der Vorbereitung einer Praxisgründung anders machen? Gab es Stolpersteine?

Ehrlich gesagt, würde ich kaum etwas anders machen. Ich denke das Wichtigste ist, dass man ein Konzept hat, von dem man überzeugt ist und Zusammenhänge im Gesundheitswesen so versteht, dass man realistische Pläne und Erwartungen haben kann, damit das Projekt dann auch zum Fliegen kommt.

 

Ihr Praxisteam besteht aus mehreren Ärzten und MPAs. War eine solch grosse Praxis immer Ihr Traum?

Nach mehr als 25 Jahren im öffentlichen Gesundheitswesen ist es irgendwie unmöglich sich vorzustellen als Einzelkämpfer mit 1 oder 2 MPAs irgendwo Medizin zu betreiben. Die Gynäkologie und Geburtshilfe ist ein riesiges Fach und es ist heute nicht mehr möglich, alle Teilbereiche auf höchstem Niveau abdecken zu können. Deshalb war es für mich klar, mich mit erfahrenen und sehr gut ausgebildeten Kolleginnen zusammenzutun, um so das ganze Spektrum unseres Fachgebietes auf höchstem Niveau abdecken zu können. Teamplay ist auch in der Praxis äusserst wichtig.

 

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus? Welche Entwicklungen und Trends sehen Sie in der Gynäkologie, speziell in der gynäkologischen Onkologie?

Wir sind natürlich nach 6 Monaten immer noch in der erweiterten Startphase. Das Ziel der nächsten Wochen und Monate wird sein, uns weiter und weiter zu etablieren und zu einem festen Bestandteil der gynäkologischen Versorgung in unserer Region zu werden. Ob wir in Zukunft noch weitere Kollegen und Kolleginnen dazunehmen können, gerade mit Spezialgebieten welche wir aktuell noch nicht abdecken können, wäre natürlich optimal, wann, wie und wer wird sich in den nächsten Jahren zeigen.
Die gynäkologische Onkologie hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten deutlich entwickelt, hier spielt natürlich die chirurgische Expertise eine riesige Rolle, aber auch die Behandlung der Patientinnen im Team. Die interdisziplinären Teams die gerade an grossen öffentlichen Spitälern sich etabliert haben (ich habe beispielsweise am Kantonsspital Aarau das gynäkologisch-onkologische Zentrum aufgebaut und jahrelang geleitet), haben den Vorteil der Interdisziplinarität und damit ist sicherlich die Kompetenz gewährleistet. Das Problem für den Patienten ist, dass er häufig innerhalb dieses Zentrums zu viele Ansprechpersonen hat, dass es nicht einfach ist, Informationen interprofessionell und interdisziplinär weiterzutragen und der Patient dann häufig etwas verloren erscheint. Der grosse Vorteil jetzt in unseren aber auch anderen privaten Zentren für den Patienten ist die absolute Kontinuität in der Betreuung. Der Patient hat immer den gleichen Ansprechpartner und demnach fühlt er sich auch, denke ich, sicher und gut aufgehoben. Natürlich gilt es auch hier die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu etablieren, da sind wir im Moment mit verschiedenen Partner daran, dies zu entwickeln, da sehe ich aber in Zukunft noch ein sehr grosses Potential.

 

Was würden Sie Ihren Kollegen, die den Schritt in die Selbstständigkeit noch vor sich haben, mit auf den Weg geben?

Das Wesentliche in der Selbständigkeit ist, dass man den Patienten etwas bieten kann. Eine Toppausbildung und viele Jahre Erfahrung sind meiner Meinung nach Voraussetzung für eine erfolgreiche Tätigkeit. Natürlich spielt das medizinisch-berufliche Netzwerk eine grosse Rolle, gerade in einem chirurgischen Fach. Ich würde allen Kollegen und Kolleginnen, welche sich damit beschäftigen in die Selbständigkeit zu wechseln, raten, sich bei professionellen Ärzteberatungsfirmen beraten zu lassen. Da besteht wirklich sehr viel Erfahrung und viele Probleme können antizipiert werden, bevor diese dann mühsam korrigiert werden müssen.
Mut, Entschlossenheit und auch etwas Abenteuer sind sicherlich notwendig, um diesen Schritt zu wagen.

Besten Dank für Ihr Interesse an unserem Zentrum.

Herr Doktor Sarlos, Frau Doktor Bousouni vielen Dank für das spannende Interview.

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