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Dr. med. Evi Blaschek

Es gibt immer noch sehr wenig junge Ärztinnen, die sich an das Projekt «eigene Praxis» heranwagen. Hauptgrund ist meist die noch nicht abgeschlossene Familienplanung bzw. die Angst, nicht beidem – Praxis und Familie – gerecht werden zu können. Frau Dr. Blaschek hat sich trotz noch nicht vollendeter Familienplanung zusammen mit ihrer heutigen Praxispartnerin an das Projekt Praxiseröffnung herangewagt. Heute haben beide Familie und führen gemeinsam erfolgreich die HNO medic in der Stadt Zürich.

Warum haben Sie sich dafür entschieden, selbstständig in eigener Praxis tätig zu werden und nicht länger als Angestellte im Spital tätig zu sein?
Die Arbeit am Spital in einem grösseren Team hat mir immer sehr viel Spass gemacht. Ich hatte jedoch schon lange den Wunsch, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Auch in Hinblick auf die Familienplanung war für mich klar, dass die eigene Praxis die flexiblere und familienfreundlichere Alternative ist.

War für Sie von Anfang an klar, dass Sie die Praxis zusammen mit einer Praxispartnerin führen möchten, oder hätten Sie sich auch vorstellen können, eine Einzelpraxis zu führen?
Ich habe zu Beginn meiner Facharztausbildung meine heutige Praxispartnerin kennengelernt und wir haben schon relativ früh angefangen, gemeinsam Pläne zu schmieden. Das Thema einer Einzelpraxis stand somit gar nie zur Diskussion. In der Zwischenzeit arbeitet neben meiner Praxispartnerin auch noch eine Logopädin an zwei Tagen pro Woche in unserer Praxis, was für die interdisziplinäre Betreuung von Stimm- und Schluckpatienten (Phoniatrie) extrem wertvoll ist.

Was waren Ihre primären Kriterien an die Standortwahl?
Da meine Praxispartnerin und ich beide in Zürich wohnten und wir die Chance hatten, eine gut laufende HNO-Praxis mitten in der Stadt Zürich zu übernehmen, war die Standortwahl damit schnell entschieden.
Sie haben gemeinsam mit Ihrer Praxispartnerin die Praxis von Herrn Dr. med. Martin Böni in Zürich übernommen.

Wie haben Sie das Projekt «Praxisübernahme» vorbereitet?
Ich habe Dr. Böni schon einige Jahre vor der Praxisübernahme kennen- und schätzen gelernt. Allerdings betritt man als Mediziner bei der Praxisgründung komplettes Neuland. Deswegen war ich froh, dass sowohl mein persönliches Umfeld als auch Frau Tamazian von FEDERER & PARTNERS mich während des ganzen Prozesses sehr kompetent unterstützt und begleitet haben.

War es schwierig, einen Bankkredit zu bekommen? War das Thema Familienplanung ein Punkt, der bei den Bankgesprächen angesprochen wurde?
Wir waren überrascht, wie problemlos wir einen Bankkredit bekamen, nachdem wir mit mehreren Banken gesprochen hatten. Die Familienplanung war, soweit ich mich erinnern kann, kein Thema bei den Gesprächen.

Herr Doktor Böni hatte nach der Übergabe noch einige Zeit bei Ihnen mitgearbeitet. Welche Vorteile oder Nachteile hatte dies für Sie?
Wir hatten mit Dr. med. Böni einen äusserst erfahrenen, bekannten und sehr beliebten Arzt an unserer Seite, was für uns nur Vorteile brachte. Dank seiner weiteren Mitarbeit verlief die Übergabe und Weiterbetreuung seiner langjährigen Patienten sehr gut. Dr. Böni macht auch heute noch Ferienvertretungen für uns und wir schätzen diese freundschaftliche Beziehung zu ihm sehr.

Wie schaffen Sie es, sowohl Ihrer Rolle als Ärztin/Unternehmerin und Mutter gerecht zu werden?
Die Praxistätigkeit bietet mir die Möglichkeit, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Mit drei Arbeitstagen pro Woche kann ich eine sehr gute und kontinuierliche Betreuung meiner Patienten gewährleisten. Während dieser Zeit sind meine Kinder dank einer zuverlässigen Kinderbetreuung sehr gut versorgt. An meinen zwei freien Tagen ist der Praxisbetrieb durch meine Partnerin abgedeckt. Gleichzeitig habe ich die Möglichkeit, mich an diesen Tagen ausschliesslich meiner Familie zu widmen.

Wie beurteilen Sie die Situation jetzt nach über fünf Jahren?
Unsere Praxis hat sich sehr gut etabliert und wir konnten den von Dr. Böni bestehenden Zuweiserkreis deutlich erweitern. Mich persönlich freut es besonders, dass sich die interdisziplinäre phoniatrisch-logopädische Sprechstunde für Stimm- und Schluckstörungen sehr gut etabliert hat und ich mit Frau Sabina Hotzenköcherle (klinische Logopädin, MSc) eine renommierte Expertin auf diesem Gebiet für die Praxis gewinnen konnte.

Was würden Sie heute anders machen?
Nichts. Die Übergabe von Dr. Böni verlief perfekt und ich schätze mich sehr glücklich, eine Praxispartnerin zu haben, mit der ich mich sehr gut verstehe und fachlich austauschen kann.

Was würden Sie Ihren Kolleginnen, die den Schritt trotz laufender Familienplanung in die Selbstständigkeit wagen möchten, mit auf den Weg geben?
In einer Einzelpraxis stelle ich mir die Selbstständigkeit schwierig vor, wenn die Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist. In einer Gemeinschaftspraxis ist das A und O, einen passenden, zuverlässigen Partner zu finden. Die Mutterschaftsvertretung muss gut geregelt sein, damit die Patienten sich auch während der Abwesenheit gut betreut fühlen. Ich hatte mit unserem Vorgänger einfach die perfekte Lösung. Summa summarum kann ich diesen Schritt allen Kolleginnen nur empfehlen. Just do it!

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