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Dr. med. David Germann

Herr Dr. med. David Germann ist im Jahre 2012 als angestellter Arzt in das RheumaZentrum Hirslanden eingestiegen. Seit 2014 ist er selbstständig und führt mit seinen Praxispartnern das RheumaZentrum Hirslanden. Wie hat er diesen grossen Schritt in die berufliche Selbständigkeit vorbereitet und wie hat er ihn erlebt? Was würde er heute anders machen? Das und noch vieles mehr für alle, die diesen Schritt noch vor sich haben und aus den Erfahrungen von einem Kollegen profitieren möchten.

Was hat Sie dazu bewogen, den Schritt in die Selbständigkeit zu realisieren?
Der Wunsch nach einer eigenen Praxis war schon immer vorhanden. Während meiner Zeit als Leitender Arzt in einer Rehabilitationsklinik im Kanton Aargau führte ich zehn jahrelang eine
eigene Sprechstunde und konnte so den Wunsch nach einer eigenen Praxis in beschränktem Umfang umsetzen. Diese Anstellung hatte sich dann allerdings im Verlauf der Jahre aus verschiedenen betrieblichen Gründen zu meinem Nachteil verändert. Ich stand vor der Wahl, diese ungünstigen Voraussetzungen zu akzeptieren oder den Sprung in die Selbständigkeit zu wagen. Daraufhin habe ich mich für die Selbstständigkeit entschieden.

Haben Sie im Standort «Hirslanden Klinik Zürich» von Anfang an ein gewisses Potential gesehen?
Unbedingt. Die Privatklinikgruppe Hirslanden Zürich ist für ihre fachliche Kompetenz weltweit renommiert. Ich kannte Hirslanden auch beruflich über die dortigen Zuweiser und privat über Fachkollegen, die dort arbeiteten.

War eine Einzelpraxis für Sie nie ein Thema?
Doch, zehn Jahre zuvor – damals noch als Oberarzt im Kantonsspital Winterthur – hatte ich die Übernahme einer Einzelpraxis im Zürcher Seefeld evaluiert, mich damals aber noch gegen die Selbstständigkeit entschieden. Aus heutiger Sicht war der damalige Entscheid richtig, da sich die heutige Konstellation – vier selbständige Rheumatologen/Rheumatologin, unter dem gemeinsamen Dach des «RheumaZentrum Hirslanden» – als noch wesentlich besser erwiesen hat. Wir teilen uns den Dienst und die Praxisinfrastruktur, darüber hinaus können wir jedoch unabhängig agieren.

Wie haben Sie das Projekt Selbständigkeit vorbereitet?
Stufenweise und zwar wegen des damaligen Praxisstopps. Trotz Praxisbewilligung, langjähriger Erfahrung und Unbedenklichkeitserklärung der kantonalen Gesundheitsbehörde im Kanton Aargau bekam ich im Kanton Zürich keine Praxisbewilligung. Um in der Hirslanden Klinik arbeiten zu können, musste ich mich wieder anstellen lassen. Nach Aufhebung des Praxisstopps 2013 war ein Gesuch für eine Praxisbewilligung im Kanton Zürich erfolgreich und ich konnte das bisherige Angestelltenverhältnis ab 2014 in die Selbständigkeit überführen. Als sich die Praxistätigkeit gut entwickelte, ging es darum, den wirtschaftlichen Verlauf abzubilden und einen Businessplan für den Geschäftskredit bei der Bank zu erarbeiten.

War es für Sie schwierig, einen Bankkredit zu bekommen?
Ja und zwar trotz Businessplan, der auf konkreten Zahlen beruhte. Dies hatte ich eigentlich nicht erwartet. Die ersten zwei angefragten Banken verhielten sich dabei sehr undurchsichtig. Bevor ich bei der dritten Bank endlich einen Geschäftskredit erhalten habe, war ich sogar versucht, mein Alterskapital einzusetzen, wovon mir allerdings dringend abgeraten worden war. Auch erwog ich, meine Zelte ganz abzubrechen und bei Médecins Sans Frontières einzusteigen, hatte ich mir doch nach Abschluss des Studiums auch einen Einsatz in der Dritten Welt überlegt. Zu meiner grossen Erleichterung hatte es dann letztlich mit dem Geschäftskredit geklappt und ich konnte die begonnene Arbeit weiterführen.

Wie haben Sie die letzten Tage vor dem Einstieg erlebt?
Entspannt. Nachdem die Finanzierung gesichert war, war ich aufgrund des bisherigen Verlaufs zuversichtlich und im Hinblick auf die weitere Entwicklung neugierig. Und wie war der erste Tag in der Praxis?
Der Ablauf war ja für mich nicht neu, nur die Organisationsform. Diesbezüglich verlief der erste Tag in der Praxis äusserlich wie gewohnt. Neu war das stimulierende Bewusstsein nun für den eigenen kleinen Betrieb verantwortlich zu sein.

Wie beurteilen Sie die Situation jetzt nach 3 Jahren?
Positiv und ich bin froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe. Nach den ersten zwei Jahren hatte ich das Bedürfnis nach einer betrieblichen Standortbestimmung und Optimierung verschiedener Abläufe. Diese Projekte sind nach einer Beratung von FEDERER & PARTNERS auf gutem Weg und ich habe in den Bereichen Sprechstundenplanung, Leistungserfassung und Zuweisermanagement Verbesserungen spürbar umsetzen können.

Wenn Sie an Ihre frühere Tätigkeit zurückdenken, welche Unterschiede stellen Sie gegenüber Ihrer jetzigen Situation fest?
Ich arbeite mindestens gleich viel, sprich zwischen 60 und 70 Stunden pro Woche, die Einkünfte sind weniger, dafür habe ich aber viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Dies betrifft über das Kerngeschäft meiner Sprechstunde hinaus auch administrative und personelle Fragen, was ich – wenn auch gelegentlich zeitintensiv – letztlich als lohnenswert empfinde.

Wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit mit der Hirslanden Klinik?
Die guten Kontakte mit den verschiedenen spezialisierten Instituten, Kolleginnen und Kollegen erlauben es, auch Patienten mit komplexen rheumatologischen Krankheitsbildern eine rasche und umfassende Abklärung und Behandlung anzubieten. Dies gilt besonders auch für die Notfallstation, wo ich turnusgemäss am rheumatologischen Dienst teilnehme. Ferner kann ich als Belegarzt meine Patienten nötigenfalls auch hospitalisieren und direkt stationär weiterbetreuen, was von ihnen sehr geschätzt wird. Das Setting als eingemieteter, aber betrieblich selbständiger
Spezialist, im Sinne eines Inhouse-Arztes, im Hirslanden tätig zu sein, ist für mich sehr motivierend und befriedigend. Die Organisation und das Arbeitsklima in unserem Rheumazentrum werden allgemein sehr geschätzt. Als nächsten Schritt planen wir die Erweiterung unseres Teams, auch im Hinblick auf eine Ablösung der älteren Kollegen. Anfragen sind daher willkommen.

Was würden Sie Ihren Kollegen, welche den Schritt in die berufliche Selbständigkeit noch vor sich haben, mit auf den Weg geben?
Klinisch orientierte Ärzte, die Patienten sehen und betreuen, werden auch in Zukunft gesucht sein. Dies als selbständiger «Kleinunternehmer» umsetzen zu können, empfinde ich als sinnvoll und durchaus lohnenswert. Eine solide Ausbildung, klinische Erfahrung sowie die Pflege guter Kontakte sind Grundvoraussetzungen. Eine starke Motivation hilft Durststrecken zu überwinden und eine gute Businessplanung ermöglicht, die langfristige Perspektive im Auge zu behalten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich eine versierte Unternehmensberatung rechnet, Zeit spart und damit mehr Ressourcen für das Kerngeschäft, nämlich die Betreuung meiner Patienten, verfügbar sind.

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