Dr. med. Rosa Berbuer

Frau Dr. med. Rosa Berbuer, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren, hat vor 2 Jahren eine Praxis in Zürich übernommen. Wie hat sie diesen grossen Schritt in die Selbständigkeit vorbereitet und wie hat sie ihn erlebt? Was würde sie heute anders machen? Das und noch vieles mehr für alle, die diesen Schritt noch vor sich haben und aus Erfahrungen von Kollegen profitieren möchten.

Frau Doktor Berbuer, warum haben Sie sich für eine Praxisübernahme und nicht für eine Eröffnung entschieden?

Die Praxis an der Rämistrasse in Zürich wurde mir von meinem Vorgänger angeboten. Ich hätte es ansonsten wahrscheinlich überhaupt nicht gewagt, eine Praxis zu eröffnen oder zu übernehmen.

Warum haben Sie sich ausgerechnet in Zürich niedergelassen?

Die Bedingungen waren äusserst günstig (niedriger Verkaufspreis, günstige Miete, hervorragende MPA).

War für Sie eine Gemeinschaftspraxis nie ein Thema? Warum?

Ich hatte in Deutschland eine Gemeinschaftspraxis, die in einer Katastrophe geendet ist. Ich habe nur schlechte Erfahrungen mit dieser Form der Praxis. Ich wurde ausgenutzt, belogen und hintergangen. Eine Gemeinschaftspraxis käme für mich nie in Frage.

Wie haben Sie das Projekt „Praxisübernahme“ vorbereitet?

Ich habe die Praxisübernahme mit Hilfe von FEDERER& PARTNERS, Herr Federer und Frau Tamazian, sowie meinen beiden Söhnen (Rechtsanwalt und Betriebswirt) ein Jahr lang vorbereitet. Es gab keinerlei Probleme.

War es schwierig im Fall einer Praxisübernahme einen Bankkredit zu bekommen?

Es war nicht schwierig, den Kredit zu bekommen, da ich eine Empfehlung von Herrn Federer hatte.

Wie haben Sie die letzten Tage vor der Eröffnung erlebt?

Mein Vorgänger verliess die Praxis Ende Juni 2010 und im Juli 2010 wurde die Praxis renoviert und neu eingerichtet. Da ich am 1. August 2010 die Praxis eröffnete, hatte ich für alles nur 4 Wochen Zeit. Es war sehr anstrengend und ich war am Ende sehr erschöpft, habe aber von meinen Söhnen, meiner MPA und Frau Tamazian alle mögliche Unterstützung erfahren.

Und wie war der erste Tag in der eigenen Praxis?

Der erste Tag in meiner Praxis war aufregend, aber schön.

Wie beurteilen Sie die Situation jetzt nach 2 Jahren?

Es ist alles bestens gelaufen und all die Mühen und Anstrengungen haben sich gelohnt.

Was würden Sie heute anders machen?

Ich würde alles genauso machen.

Was ist das Geheimnis Ihres Erfolges?

Das Geheimnis meines Erfolges ist Zielstrebigkeit, Disziplin und die Fähigkeit, Prioritäten zu setzen. Ausserdem sollte man genau beobachten und Informationen einholen, wenn man sich einmal entschieden hat, aber nicht zögerlich sein und all sein Herzblut einsetzen und auch auf die Intuition hören

Was würden Sie Ihren Kollegen, welche den Schritt in die Selbstständigkeit noch vor sich haben, mit auf den Weg geben?

Ich würde den Kollegen raten, ein Jahr vor der Praxisübernahme bis ein Jahr danach sich nur um das Projekt Praxisübernahme zu kümmern. Die hat oberste Priorität. Wichtig ist auch sich regelmässige Erholungsphasen einzubauen, damit man durchhält. Die Beratung durch Herrn Federer und Frau Tamazian war sehr wichtig, vor allem auch, weil Herr Federer mir immer wieder Mut gemacht hat.

Frau Doktor Berbuer, vielen herzlichen Dank für das Interview.