Diese wird fast täglich vom Bundesrat durchgeführt und ist vom Informationswert her meist dürftig, aber teilweise ist sie lustig und hat einen gelegentlichen Unterhaltungswert. Leider wird sie nicht über den Mittag ausgestrahlt, wenn diejenigen, die noch arbeiten dürfen, das auch sehen könnten. Deshalb hier eine kurze Beschreibung:

Es gibt Schweinchen und einen Frosch, manchmal Gäste. Bei den Schweinchen gibt es: Rotsockenschweinchen (Pata rubra), Schwarzsockenschweinchen (Pata negra, übrigens: Pata negra sind die einzigen Schweinchen, welche ihr Futter selbst suchen) und wechselfarbige Schweinchen (Pata versicolor).

Dann geht es los: Pata rubra sind meist in der Mehrzahl und erzählen etwas über Pandemie. Ein Rubra-Schweinchen ist besonders lustig, erzählt mal etwas völlig anderes zwischendurch z.B. die Senkung der Fernsehgebühren. Manchmal darf auch der Frosch etwas sagen.
Nun, was lernen wir aus dieser Pandemie-Muppet-Show? – Nichts!

Lernen können wir am besten aus eigenen Erfahrungen. Jede Krise bringt es mit sich, dass Entwicklungen und Tendenzen, die sich anbahnen, unter Druck beschleunigt werden. Diese sind unter anderem:

  • Digitalisierung
  • Dezentralisierung
  • Hygiene
  • Präventive Medizin

Digitalisierung
Unter dem Druck des Lockdowns konnten viele die vorhandene Digitalisierung optimal nutzen (diejenigen, welche noch nicht vollelektronisch ausgerüstet sind leider nicht). Speziell Videokonferenzen haben sich entgegen den Befürchtungen als sehr effizient erwiesen. Ihnen dürfte in Zukunft ein fester Platz im Kommunikations-Repertoire sicher sein. Als Nebeneffekt wird die Mobilität reduziert, was die Umwelt entlastet.

Was können wir tun?

  • Digitalisierung der eigenen Praxis vorantreiben
  • Videosprechstunde einführen; speziell für Triage, Kontrollgespräche und die Kommunikation von Resultaten

Vorteile:

  • Entlastung der Infrastruktur, Weg für den Patienten entfällt

Wichtig
Die Digitalisierung ist eine wertvolle Ergänzung, aber niemals ein Ersatz für den Arztbesuch. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten, dürfte aber sicherlich fulminant sein.

Dezentralisierung
Homeoffice hat bisher den üblen Beigeschmack von unkonzentriertem Arbeitseinsatz (Waschen, putzen etc. zwischendurch) und Ineffizienz gehabt. Die Erfahrungen sind anders, auch wenn der langfristige Beweis noch aussteht. Dezentralisierung bedingt optimale digitale Anbindung und bringt folgende Vorteile mit sich:

  • Entlastung der Infrastruktur
  • Wohnort des Personals muss nicht am Arbeitsort sein (= grösserer Rekrutierungsradius)
  • Bedingung:
    –  Leistungslohnmodell kein Zeitlohnmodell

Was können wir tun?
Spezialisierte Funktionen ohne Patientenkontakt können dezentral gestaltet werden:

  • Agenda / Terminplanung
  • Sekretariat / Berichte
  • Rechnungswesen / Controlling

Die Dezentralisierung funktioniert dann besonders gut, wenn die grundlegenden Werte der Firmenkultur aufrechterhalten werden, d.h. eine gewisse Präsenz und Anbindung sind trotzdem wichtig.

Hygiene
Vor der Krise war das Hygienebewusstsein sehr unterschiedlich ausgeprägt. Die Krise hat eine gewisse Standardisierung eingefordert.

Was können wir tun?
Speziell bei einer Lockerung wäre es wichtig, dass die Hygienemassnahmen – praxis- und patientenseitig – weiterhin angewendet werden. Besondere Beachtung findet diese hier vor allem auch bei der Anstellung und der Einführung von neuem Personal.

Präventivmedizin
Der Gesundheitsgedanke hat in der Krise einen völlig anderen Stellwert erhalten. Plötzlich tritt der Beitrag des Patienten und die Offenheit für Prävention in den Mittelpunkt und bleibt dort, sofern dies gefördert wird.

Was können wir tun?
Delegierbare Leistungen wie Ernährungsberatung, Diabetesberatung etc. können bequem zur gewünschten Zeit dezentral über Videokonferenz angeboten werden. Weitere Betätigungsfelder werden sich hier sehr schnell zeigen.

Nun nach so viel harter Kost, warum nicht mal etwas Unterhaltsames?
Wie wäre es mit der Pandemie-Muppet-Show?