Wenn ja, müssen Sie nicht weiterlesen.
Wenn nein, sollten Sie unbedingt weiterlesen.

Seit seiner Ernennung als Gesundheitsminister hat unser Bundesrat Berset keine bedeutenden Taten hinterlassen. Anstelle einer sauberen Aufarbeitung bestehender Lücken (z.B. auch Pandemie-Planung), hat er sich in einem politisch motivierten etatistischen Aktionismus mit immer neuen Kontrollen, immer mehr Interventionen (MAS-Studie) und fragwürdigen Marktinterventionen (Ärztestopp) – undemokratisch über Notrecht eingeführt – verwickelt.

Mit staatlicher Absegnung dürfen sich die ebenfalls staatlichen Spitäler am ambulanten Kuchen, der bisher für die ambulanten Grundversorger und Spezialärzte vorgesehen war, satt essen. Die angedachte Sanierung der Spitäler hat dadurch nicht stattgefunden. Es herrscht vielmehr totales Chaos. Die aktuelle Situation in der gegenwärtigen Krise zeigt dies auf. In den Spitälern Kurzarbeit, in den Altersheimen 60-Stunden-Woche und zur Belustigung wird noch das Militär einbestellt: Keine Führung, keine Koordination – «Der eifrigste Feuerwehrmann ist meist der Brandstifter».

In der Krise wurde leider nun auch die Rechnung präsentiert – die kostet Leben.

Strategische Überlegungen
Wir müssen weg vom politischen Aktionismus hin zu belastbaren zukünftigen Strategien kommen.
Was können wir tun? 

  • Aufhebung Numerus Clausus
  • Einheitskasse
  • Nationale Pharmaproduktion
  • Santésuisse schliessen
  • Elimination Interessenskonflikte
  • Beschränkung der Spitäler auf stationäre Leistungen

Numerus Clausus
Es wäre wichtig, den Numerus clausus aufzuheben und deutlich mehr Ärzte auszubilden, mit dem Vorteil, dass der behandelnde Arzt in Zukunft wieder unsere Sprache spricht. Bezüglich der Qualität der eingewanderten Ärzte wurde leider in vielen Fällen sehr unsorgfältig geprüft, die Leistung entspricht nicht dem landesüblichen Standard.

Einheitskasse
Unter den Krankenkassen findet leider kein echter Wettbewerb statt, sie haben aber ein gemeinsames Ziel: Vom Prämienfranken muss möglichst viel bei den Kassen bleiben, das heisst, möglichst wenig für medizinische Leistungen ausgegeben werden. Die Einführung einer Einheitskasse würde die Prämien um ca. 30% senken. Als Sofortmassnahme und Zwischenlösung wäre es auch möglich, dass die Krankenkasse nur alle 5 Jahre gewechselt werden kann. Diese Wechsel kosten jährlich dutzende bis hunderte Millionen von Maklergebühren, die der Prämienzahler berappt.

Nationale Pharmaproduktion
Im Rahmen der Globalisierung und dem permanenten Druck auf die Medikamentenpreise wurde die Fabrikation zwangsläufig in Billigländer wie China, Indien etc. verlegt. Dadurch sind wir erpressbar geworden und in einer fast irreversiblen Abhängigkeit gelandet (aber geil: wir haben gespart!!!). Eine Repatriierung der Herstellung strategisch wichtiger Medikamente und Impfstoffe ist sicher möglich und zeitnah realisierbar, wenn man der Industrie entsprechende Anreize bietet. Das ist zwar etwas teurer, aber dafür sicher. Somit könnte man beispielsweise auf alle in der Schweiz hergestellten Medikamenten einen Preisaufschlag von 10-20% zum Referenzpreis der Spezialitätenliste (BSV) gewähren.

Santésuisse schliessen
Man hat der Versicherung die Aufgabe zukommen lassen, die Ärzte zu kontrollieren punkto Wirtschaftlichkeit, Zweckmässigkeit und Wirksamkeit (WZW-Kriterien). Es wird leider seit Jahren nur die Wirtschaftlichkeit als Kriterium verwendet und repressiv geprüft. Es ist klar, hier liegt ein handfester Interessenskonflikt vor (s.o.): Je schlechter es den Ärzten geht, desto besser geht es den Krankenkassen. Es wäre vorteilhafter, wenn die Ärzte in einer standeseigenen Organisation für diese Regelung verantwortlich wären. Dann könnten auch die Kriterien Zweckmässigkeit und Wirksamkeit effizient kontrolliert werden (Wichtige Informationen finden Sie hier: https://www.s-g-a.org/).

Elimination von Interessenskonflikten
Eine sehr grosse Anzahl von Politikern ist in der einen oder anderen Form finanziell von Firmen, vor allem auch Krankenkassen, abhängig. Diese Interessenskonflikte müssen offengelegt werden und bei entsprechenden Abstimmungen zum automatischen Ausstand führen.

Beschränkung der Spitäler auf stationäre Leistungen
Wir haben genügend Grundversorger und spezialisierte Fachärzte, die den ambulanten Bereich qualitativ und quantitativ abdecken. Immer aggressiver drängen gewisse staatliche Spitäler in diesen Bereich vor. Warum?
Einerseits mit der Absicht, sich in diesem Segment zu bereichern, andererseits ist die Zuweisung im Falle stationärer Bedürfnisse dann schon mal sichergestellt. Was können Sie als Spezialist oder Grundversorger dagegen tun? Ganz einfach: Keine stationären Zuweisungen mehr an Spitäler, die Sie im ambulanten Bereich konkurrenzieren. Von staatlicher Seite her muss der Leistungsauftrag für Spitäler auf den stationären Bereich limitiert werden. Das würde den gegenwärtig zu beobachtenden Casino-Kapitalismus gewisser staatlicher Spitäler nachhaltig verhindern.