COVID-19 – Liquidität – Was tun, wenn es eng wird?

Die Liquidität ist der Sauerstoff jedes Unternehmens und somit lebensnotwendig. Krisen schlagen schnell auf die Liquidität durch, wenn die laufenden Ausgaben (hier primär Löhne, Mieten etc.) grösser sind als die Einnahmen. Sind bestehende Reserven aufgebraucht, wird es kritisch.

Wie ist die Situation einzuschätzen?

a. Aus dem Betriebskredit können die laufenden Kosten für die nächsten
3-5 Monate bezahlt werden, auch wenn keine oder wenige Einnahmen
demgegenüber stehen.
-> Vorerst kein Handlungsbedarf

b. Die Einnahmen decken in etwa die Ausgaben.
-> Situation genau beobachten

c. Die Einnahmen decken einen grossen Teil der Ausgaben, aber es entsteht
ein monatliches Defizit, nach 3-5 Monaten sind die Reserven
(inklusive Betriebskreditlimite) aufgebraucht.
-> Massnahmen einleiten und Liquiditätsplanung erstellen (über Treuhandbüro)

d. Die Einnahmen sind sehr gering, die Ausgaben sehr hoch, der Betriebskredit ist
ausgeschöpft.
-> Sofortmassnahmen einleiten

Das könnten Sie tun:

a. Allgemeine Massnahmen
1. Liquiditätsplanung erstellen über Treuhandbüro
(z. B. über www.med-finanz.ch)
2. Überzeit kompensieren
3. Kurzarbeit anmelden (>> Formular herunter laden)
4. Personal entlassen (kurzfristig nicht empfohlen)
5. KMU-Kredit mit Bürgschaft des Bundes anfordern (>> zum Antragsformular)
6. Factoring vereinbaren (www.zaala.ch)

b. Spezifische Massnahmen, die den Liquiditätsabfluss kurzfristig verhindern

1. Amortisationen aufschieben zum Beispiel für Hypotheken, Kredite etc.
(mit der Bank besprechen)

2. Sozialversicherungsbeiträge
– Von der Krise betroffenen Unternehmen kann ein vorübergehender,
zinsloser Zahlungsaufschub für die Beiträge an die Sozialversicherungen
(AHV/IV/EO/ALV) gewährt werden.
– Es besteht die Möglichkeit, die Höhe der regelmässigen Akonto-Beiträge
an die AHV/IV/EO/ALV anpassen zu lassen, wenn die Summe der Löhne
wesentlich gesunken ist.
– Dasselbe gilt für Selbstständige, deren Umsätze eingebrochen sind.
– Zuständig für die Prüfung der Zahlungsaufschübe und die Reduktion der
Akonto-Beiträge sind die AHV-Ausgleichskassen.

3. Stundung Mietzins
Kontaktieren Sie Ihren Vermieter und beantragen Sie eine Stundung
des Mietzinses.

4. Ratenzahlungen und Stundung bei den direkten Steuern –
Verzicht auf Verzugszinsen
– Geschuldete Steuerzahlungen können in der Regel gestundet und
entsprechende Ratenzahlungen vereinbart werden.
– Bei der Direkten Bundessteuer wird für die Zeit vom 1. März bis zum
31. Dezember 2020 auf die Erhebung eines Verzugszinses verzichtet.
– Kantone (Zug und BL) verzichten ebenfalls auf die Erhebung von
Verzugszinsen, jedoch kann hierzu keine pauschale Aussage gemacht
werden. Kontaktieren Sie dazu die Sie betreffende Steuerbehörde.
– Weitere kantonale Massnahmen sind teilweise bereits angekündigt,
so verkündete bspw. der Kanton Zug eine allgemeine Reduktion des
Steuerfusses. Auch hier empfiehlt es sich, die kantonalen Steuerbehörden
zu kontaktieren.

5. Reduktion der Akonto-Zahlungen für die Steuerrechnung 2020
Wenn Sie mit einem geringeren steuerbaren Einkommen für das
laufende Jahr rechnen, können Sie bei Ihrer Steuerbehörde die
Akonto-Zahlungen reduzieren. Dies ist in der Regel unbürokratisch
oder telefonisch oder mittels E-Mail möglich.

6. Zahlungserleichterung bei der Mehrwertsteuer und auf Zöllen
Für Fälligkeiten bei der Mehrwertsteuer sowie Zölle vom 21. März bis
zum 31. Dezember 2020 ist bei verspäteter Zahlung kein Verzugszins
geschuldet (gilt nicht für geschuldete Bussen oder Kosten).

Für weitere Auskünfte stehen Ihnen bei steuerlichen Fragen die von uns
empfohlenen Steuerberater JP Steuer AG unter www.jp-steuer.ch,
E-Mail: info@jp-steuer.ch oder wir jederzeit gerne zur Verfügung.

Wir wünschen Ihnen weiterhin gute Gesundheit.

Herzliche Grüsse
FEDERER&PARTNERS